Am 10. September 2009 verlieh der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten bdla in Berlin den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2009. Aus dem nur alle zwei Jahre ausgelobten Wettbewerb wählte die Jury zwei Erste Preise und sieben Würdigungen. Dem Preisgericht gehörten an:
Ulrike Böhm
Landschaftsarchitektin, bbzl boehm benfer zahiri landschaften städtebau, Berlin
Bart Brands
Landschaftsarchitekt, Karres en Brands, Hilversum, Niederlande
Prof. Michael Braum
Vorstandsvorsitzender Bundesstiftung Baukultur, Potsdam
Prof. Regine Keller
Landschaftsarchitektin bdla, Keller Damm, Landschaftsarchitekten, München
Axel Lohrer
Landschaftsarchitekt bdla, lohrer hochrein, München
Wolfgang Nagel
Chefredakteur „HÄUSER“, Gruner + Jahr, Hamburg
Christian Rinn
Geschäftsführer, Rinn Beton- und Naturstein GmbH & Co KG, Heuchelheim.
Für die Planung des »ULAP-Park, Berlin« wurde das Dresdner Landschaftsarchitekturbüro von Till Rehwaldt mit einem der beiden 1. Preise ausgezeichnet . Der »ULAP-Park« ist, nach Meinung der Jury, trotz zentraler Lage am Hauptbahnhof noch ein »versteckter« Ort. Aus dem sehr dichten Baumbestand und einem deutlichen Höhenunterschied wird eine sehr angemessene Gestaltung für den Raum abgeleitet. Gefasst von einem steinernen Rahmen geben der Tennenbelag und für den Ort entworfene Bänke einen ruhigen Untergrund, auf dem das Schattenspiel der Bäume seinen Zauber entfalten kann. Die historische Treppenanlage, obwohl von Bäumen überwachsen, blieb erhalten. »Es beeindruckt der behutsame Umgang mit der verwunschenen Atmosphäre des Ortes durch sehr gezielte landschaftsarchitektonische Interventionen«, äußerte sich die Jury.
Den zweiten 1. Preis nahmen Peter Davids und Friedhelm Terfrüchte von Davids I Terfrüchte + Partner Landschaftsarchitekten, Essen, für das Projekt »Der Zauber des Schwarzen Berges, Carl-Alexander-Park I, Baesweiler« entgegen . Mit dem Projekt ist es den Planern nach Auffassung der Jury gelungen, eine Brücke zwischen den Belangen des Naturschutzes in der vom Bergbau aufgegebenen Landschaft mit ihren weithin sichtbaren Abraumhalden und der menschlichen Entdeckungslust zu schlagen. Attraktiv geführt und ungewohnt verwoben, schwebt der neue Weg über die steile Böschung durch die Baumkronen direkt auf das schwarze und baumlose Plateau zu. Ein beeindruckendes Panorama eröffnet sich. »Die Arbeit überzeugt durch die Konzentration intensiver Nutzung und sensibler touristischer Erschließung eines geschützten, wertvollen Landschaftsraums mit beeindruckenden Landschaftsbildern«, lautete das abschließende Votum.
Eine Würdigung erhielten:
Maselakepark, Berlin
Entwurfsverfasser: relais landschaftsarchitekten, Berlin
IBA Stadtumbau Dessau – Entwicklungskonzept zum Landschaftszug
Entwurfsverfasser: Sigrun Langner, Michael Rudolph, Station C23, Leipzig
Reemtsma Park, Hamburg
Entwurfsverfasser: WES & Partner Schatz Betz Kaschke Wehberg-Krafft Landschaftsarchitekten, Hamburg, Oyten, Berlin
Uferpromenade Rheinsberg
Entwurfsverfasser: BW& P Landschaftsarchitekten bdla, Markus Thelen, Netzeband
Zeitspu(e)ren. Gestaltung öffentlicher Räume in der Altstadt Schmalkalden
Entwurfsverfasser: Peter Wich, Landschaftsarchitekt, terra.nova Landschaftsarchitektur, München
Neugestaltung Schlosspark, Finsterwalde
Entwurfsverfasser: Thomanek Duquesnoy Boemans Landschaftsarchitektur, Berlin
Außenanlagen Kita Griechische Allee, Berlin
Entwurfsverfasser: TOPOTEK 1, Berlin
In der neu geschaffenen Kategorie »Sonderpreis Hausgarten« wurde der Villengarten St. Gilgen ausgezeichnet, die Planung stammt von Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten mit Silvestrin Design, München, und Andreas Moosgassner, Architekt, St. Gilgen. Vor dem beeindruckenden Alpenpanorama entwickelten die Verfasser den Garten als verbindendes Element zwischen Alt- und Neubau. Durch das gekonnte Spiel mit Topographie, gepaart mit einer kraftvollen Setzung von stützsichernden Wänden aus Cortenstahl, entwickelt das Rasenfeld im wechselnden Sonnenlicht einprägsame Bilder von fast skulpturaler Wirkung. Die Arbeit überzeugt mit den klassischen Pflanzenthemen im Kontrast mit der reizvollen Landschaft.
Dokumentiert sind alle ausgezeichneten Arbeiten in der aktuellen Publikation zeitgenössischer deutscher Landschaftsarchitektur mit dem Titel »
System Landschaft«, die im Anschluss an die Preisverleihung präsentiert wurde. Das Buch aus dem Birkhäuser Verlag für Architektur zeigt in Essays, Entwürfen und ausgeführten Projekten, welche Antworten Landschaftsarchitekten aus dem Systemverständnis von landschaftlichem und urbanem Raum ableiten.
Weitere Informationen enthält die Internetseite
www.deutscher-landschaftsarchitektur-preis.de
Bund Deutscher Landschaftsarchitekten bdla
Köpenicker Straße 48/49, 10179 Berlin
Tel. 030 27 87 15-11, Fax 030 27 87 15-55
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www.bdla.de