Ein kleines Juweliergeschäft auf dem belebten Hauptplatz, zur begehbaren Schmuckschatulle geformt: Um eine möglichst sinnlich wahrnehmbare Präsentationsfläche beziehungsweise einen möglichst hautnahen »Sinnenraum« für Schmuckstücke zu entwickeln, ist die, dem bestehenden Ziegelgewölbe unterstülpte, Raumschale aus Holzspantenunterkonstruktion mit glasfaserarmierten Gipskartonplatten, vollflächig mit einem samtweichen Veloursteppich überzogen.
Die sanft gerundete, aber komplizierte Geometrie des in den teilweise denkmalgeschützten Bestand eingesetzten »Decke-Boden-Wand-Kontinuums« erforderte in der räumlichen Umsetzung handwerkliches Geschick, das übliche Handwerker-Maßstäbe zwangsläufig hinter sich ließ. Zur Unterstützung der bauseitigen Montage wurde die Planung im Originalmaßstab auf den Fußboden aufkaschiert. Der Teppichbelag musste teilweise gezerrt und gestaucht werden, um der homogenen Raumhaut die gewünschte Glätte zu verleihen.
Um die atmosphärische Weichheit dieses Etuis nicht zu überreizen, ist die Möblierung des Geschäfts von nüchterner Glätte, schleiflackbeschichtete Furniere und verdeckt liegende Beschläge sorgen für die gewünschte Noblesse und Zurückhaltung im Dienste des »Geschmeides«. Auch die Halogenspots liegen flächenbündig in den Möbeln und leisten ihren Stimmungs-Beitrag zur gedämpften Ruhe des Raums.
Standort: Hauptplatz 22, Linz, Österreich
xarchitekten, Linz und Wien,
www.xarchitekten.com
Partner: David Birgmann, Bettina Brunner, Rainer Kasik, Max Nirnberger, Lorenz Prommegger
Mitarbeiter: Christian Hoffmann
Bebaute Fläche: 81 m²
Nutzfläche: 55 m²
Bestand: Steinmauerwerk, durchsetzt mit Steinpfeiler unter Denkmalschutz und Ziegelgewölbe mit unregelmäßigen Stichen und Nischen
Fotos: Max Nirnberger, Lorenz Prommegger