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AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Freitag, 03.09.2010 |
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Zahnambulatorium in Linz von Xarchitekten

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Leuchtend weiße Zähne, so will uns die Werbung weismachen, sind das orale Ideal dieser leicht beeinflussbaren Gesellschaft. Eine ganze Industrie lebt davon, uns mit mehr oder weniger geeigneten Pasten oder abenteuerlich geformten und gebogenen Zahnbürsten zu versorgen. Nicht zuletzt die ungeliebten Zahnärzte, zu denen wir nur ungern pilgern. Es sei denn sie haben so ansehnliche Praxisräume wie das GKK Zahnambulatorium im oberösterreichischen Linz.  Auf einer 525 m² großen Erdgeschoßfläche entstand ein serviceorientiertes Ambulatorium. Ausgehend von der Darstellung einer Zahnreihe wurde das Konzept für eine doppelreihige Raumanordnung hergeleitet. An der Südseite reihen sich fünf Ordinationen sowie ein Zahntechnikraum aneinander. Deren Trennung und Zugänge markieren abgeschrägte, versetzte Nischen, was die intuitive Orientierung der Patienten unterstützt.  

Innenseitig liegt den Ordinationen eine Reihe an Funktionsräumen wie Röntgen-, Ruhe- und Sterilisationsräume gegenüber. Betonung findet dieses Konzept auch in der Farbgebung: ein allgegenwärtiges, aseptisches Weiß, punktuell akzentuiert durch das pfefferminzfarbene Corporate-Identity-Grün des Bauherren einer österreichischen Gebietskrankenkasse, als imagebildender Entsprechung von Hygiene und frischem Atem

Auch wenn die Entwurfsidee mit der Zahnreihe leicht verständlich erscheint, direkt ablesbar ist sie in der räumlichen Anordnung des Ambulatoriums nicht. Überzeugender ist der strukturierte und fein akzentuierte Flur, der durch geschickte Nischenbildungen und Erweiterungen den Besucher unmerklich führt und leitet.

Obwohl dunkles Holzfurnier, hier aus australischem Nussbaum, als klassisches Insignium einer gehobenen Praxiskultur nicht fehlt, überrascht doch die Fülle des aseptisch anmutenden klaren Weiß der Wände, Decken und Böden

Ein weißer PVC-Boden und eine transparente, hinterleuchtete Decke aus Polycarbonatplatten gleichen das fehlende Tageslicht im Flur- und Wartebereich aus. Akzentuiert werden sie von aufgewalzten Mustern an den Wänden sowie einer verspiegelten, mit Vitrinen versehenen »Mundhygienekoje«deren Verkleidung aus Acrylglasstäben an die Borsten einer Zahnbürste erinnert.

Xarchitekten, Linz und Wien, www.xarchitekten.com

Partner: David Birgmann, Bettina Brunner, Rainer Kasik, Max Nirnberger, Lorenz Prommegger
Mitarbeiterin: Anna Moser
Bilder: Xarchitekten

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